Dienstag, 10. November 2015

Es geht nur um Krieg

Doch der Herr sagt: »Nun handle ich! Jetzt greife ich ein und beweise meine Macht! Eure Pläne sind nutzlos wie dürres Stroh, und was dabei herauskommt, ist nicht mehr wert als Stoppeln. Voller Wut speit ihr Feuer, aber es wird euch selbst verzehren. Ja, die feindlichen Völker sollen verbrannt werden, bis nur noch feine, weiße Asche von ihnen übrig bleibt. Es wird ihnen gehen wie dürrem Dornengestrüpp, das man ins prasselnde Feuer wirft. (‭Jesaja‬ ‭33‬:‭10-12‬ HFA)

Der jüdische Gott Yahweh ist ein Kriegsgott. Ich habe anderswo in diesem Blog schon davon geschrieben. Er wurde erfunden und entwickelt, um den Israeliten in Schlachten gegen den Feind zu "helfen", wenn auch nur psychologisch. Der liebe Gott, von dem die Kirche ihren Kindern gerne erzählt, existiert nicht. Er mag einzelne Charaktereigenschaften haben, die für sich alleine betrachtet den Eindruck von Liebe, Grosszügigkeit, Barmherzigkeit und dergleichen erwecken könnten. Aber eigentlich ist er es nicht.

Wo er auftaucht gibt's Blutvergiessen. Meistens unter den Feinden Israels, manchmal aber auch in den eigenen Reihen aus Strafe. Jesaja schreibt, der Herr handle jetzt, greife jetzt ein und beweise seine Macht (vorangehender Vers). Und der Prophet schildert auch gleich, was aus den Feinden geschehen soll. Verbrennen sollen sie, bis nur noch Asche übrig bleibt. Krieg. Tod. Totale Vernichtung.

Wer meint, diesen Vers könne man getrost vernachlässigen, weil er ein Einzelfall sei, darf gerne das ganze Buch Jesaja lesen und sich eines Besseren belehren lassen. Zum Beispiel im folgenden Kapitel (um nur eines von vielen Beispielen zu nennen):

Der Herr ist zornig über die Völker, ihre Heere werden seinen schrecklichen Zorn zu spüren bekommen. Er hat sie dem Untergang geweiht, abgeschlachtet sollen sie werden. Dann liegen die Leichen herum, und niemand beerdigt sie. Widerlicher Verwesungsgestank erfüllt die Luft. Das Blut der Erschlagenen durchtränkt die Berge. (‭Jesaja‬ ‭34‬:‭2-3‬ HFA)

Immer wieder wird das Eingreifen des Herrn in Verbindung gebracht mit der Vernichtung des Feindes. Natürlich wird auch von Frieden und fruchtbaren Zeiten geschrieben, aber beides bezieht sich stets und ausschliesslich auf Israel.

Was uns zum zweiten Punkt führt: Yahweh ist nicht nur primär ein Kriegsgott, er gehört auch allein den Israeliten bzw. Juden. Immer wird er dazu verwendet, den Israeliten den Sieg über andere zu schenken. Nie kümmert er sich darum, die befeindeten Völker miteinander zu versöhnen. Nie juckt es ihn, dass sein Volk ständig tötet, mordet und beutemachende Feldzüge begeht. Kein Wort von der später Gott zugeschriebenen Barmherzigkeit, grenzenlosen Liebe und sonstigen schönen Eigenschaften. Für die Israeliten schon, ja, aber sonst für keinen.

Yahweh ist der Kriegsgott der Juden. Punkt. So, wie andere Völker ihre Götter hatten, die mal erfolgreich, mal erfolglos waren.

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